Markus Siegrist
Sprünglistrasse 1
3006 Bern


 
 

Delikt I – Mord im Berner Inselspital

Rentner Erhard Wüthrich (75) tötete 1996 mit dem Revolver seine schwer­kranke Freundin Margrit (73) im Krankenhaus: ohne Reue! (siehe Rubrik Printartikel in «das neue»: Mord aus Liebe – Darf ein Mann töten, um seiner Frau die Todes­qualen zu ersparen? )

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Erhard Wüthrich vor dem
Berner Inselspital, wo er
seine Liebste erschossen
hat, und ...

... vor dem Gemeinschaftsgrab
auf dem Berner Bremgarten-
friedhof, wo seine Margrit jetzt
ruht.

 

Delikt II – Mord in Kehrsatz

Eine Tote im Tief­kühl­fach und keinen Mörder… – Der Mord in Kehrsatz ist einer der berühmtesten und aufsehen­erregend­sten Kriminalfälle in der Geschichte der Schweizer Straf­justiz.

Am Nationalfeiertag 1985 wurde in der Tiefkühl­truhe eines Ein­familien­hauses in Kehrsatz die Leiche der 24-jährigen Christine Zwahlen (C.Z.) entdeckt. Ihr Ehemann Bruno Zwahlen (B.Z.) wurde unter Mord­verdacht fest­genommen. In einem Indizien­prozess ver­ur­teilten die Richter B.Z. im Dezember 1987 zu einer lebens­läng­lichen Zucht­haus­strafe.

Der damals 27-jährige Ehemann B.Z. beteuerte immer wieder seine Unschuld: über­zeugend und vehement.

Der Verein «Fairniess im Fall Zwahlen» setzte sich für einen neuen Prozess ein. So wurde 1993 in einem Re­visions­verfahren, das von grossem medialen Inter­esse war, B.Z. nach dem Prinzip «im Zweifel für den Ange­klag­ten» (in dubio pro reo) vom Geschwo­renen­gericht nach 2086 Tagen frei­gespro­chen und mit 411'600 Franken ent­schä­digt. Die Indizien waren nicht aus­rei­chend, um B.Z. für den Tod an seiner Ehe­frau schuldig zu sprechen.

Der Mord an C.Z. ist bis heute unge­klärt und bleibt wohl für immer im Dunkeln, es sei denn, Kommissar ‹Zufall› schlage unver­hofft zu...

Der mysteriöse Mord inspirierte Autoren, Jour­nalis­ten und Filme­macher. Es erschie­nen vier Bücher. Die bedeu­tend­sten waren wohl jene zwei des ‹Weltwoche›-Journa­listen Hanspeter Born: Mord in Kehrsatz – Wie aus einer Familien­tragödie ein Justiz­skandal wurde und Unfall in Kehr­satz – Eine Hypothese. Die Auflage war sofort aus­ver­kauft, bevor sie verboten wurde.

Weitere Bücher: Der galoppierende Kehrichtsack: Dichtung und Wahrheiten im Fall Zwahlen von Peter Maurer und Das Ende der Tage des Zweifels von Trix Ebeling Stanek.

Filme: Tage des Zweifelns (1991) und Ein klarer Fall (1994)

Quellen:
Mord in Kehrsatz – Wikipedia
Hanspeter Born – Wikipedia
Der Spiegel 21/1990 – «Dä Cheib»
Der Spiegel 23/1993 – «Eine verschworene Gemeinschaft»

PS  Die Bilder zum Fall ‹Zwahlen› waren für mich die ersten Geh­ver­suche in Sachen Bildreport. Meine Eltern lehnten mir damals ihre analoge Canon-Kamera aus. Diese hatte noch keine Elektronik: Blende, Ver­schluss­zeit und die Bildschärfe musste ich noch manuell einstellen!

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Zum letzten Mal vor Gericht?
Bruno Zwahlen (Mitte) mit
seinen Verteidigern Eva und
Peter Saluz auf dem Weg
zum Berner Amthaus.

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Amthaus Nebeneingang:
Bruno Zwahlen und seine
Verteidiger werden von
etlichen Medienschaffenden
empfangen.

 

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Vor dem Gerichtsgebäude
warten viele gespannt auf
das Urteil.

Passantenbefragung durch den
Schweizer Fernsehkorrespon-
denten Stephan Schifferer.

Stundenlanges Warten ist an-
gesagt: für das Kamerateam
des Schweizer Fernsehens,
aber auch...

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...für die Pressefotografen.

Plötzlich kommt unter den ...

... Journalisten Hektik auf.

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Das Urteil des Geschwo-
renengerichts steht fest:
Freispruch!

Nur: Durch welchen Ausgang
verlässt B.Z. wohl das Amts-
haus?

Dann steht fest: Der Freige-
sprochene wird das Gebäude
durch die Haupttüre verlassen.

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Die Türe öffnet sich – die
Fotografen gehen in Stellung!

B.Z. in Freiheit.

Das Schweizer Fernsehen und
Fotografen...

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...verfolgen B.Z. an die an-
schliessende Pressekonferenz.

Pressekonferenz in einem
Bankettsaal im damaligen
Bahnhof-Buffet in Bern.

Emotionslos: Äusserlich lässt
ihn der Freispruch kalt.

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«Bund»-Journalist Walter Däpp
macht Notizen für einen Artikel.

B.Z. beantwortet die Fragen
einer Journalistin.

Ueli Heiniger, damaliger Redak-
tionsleiter des ‹Zischtigclubs›
des Schweizer Fernsehen im
Gespräch mit B.Z.

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Verteidigerin Eva Saluz im
Interview mit dem Schweizer
Fernsehen.

Der erste Prozess sitzt bei
ihm noch tief. «Im Grossen
und Ganzen fühle ich mich
von der Bernischen Justiz
unfair behandelt », so B.Z.

B.Z.: «Es gibt einen Mörder –
aber ich bin es nicht!»

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B.Z. über Zukunftspläne:
«Ich möchte nicht mehr in
den Medien erscheinen –
ich bin ja keine öffentliche
Person – und möglichst bald
wieder zu einem normalen
Alltag zurückfinden.»

Das damalige Einfamilienhaus
des Paares Z. in Kehrsatz.
In der Waschküche im Keller
wurde die Leiche der vermiss-
ten C.Z. entdeckt: Erschlagen,
entkleidet, gefesselt und mit
einem Kehrrichtsack über dem
Kopf lag sie in einer Tiefkühl-
truhe.

 Was hat ein Toast Hawaii mit
dem Tötungsdelikt zu tun?
Siehe Weltwoche-Serie
«Mord in Kehrsatz (Folge 14)»

Delikt III – Kopfschuss!

Feige Tat: Einer Person ist von hinten in den Kopf geschossen worden.

Die beiden untenstehenden Röntgenbilder-Fotos zeigen ein Projektil, das die Schädelwand des Opfers durchdrungen und sich in die hintere Schädelgrube in das Kleinhirn eingebohrt hat.

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Gehirn im Querschnitt eines
Verstorbenen: In der linken
Gehirnhälfte ist deutlich eine
Einblutung sichtbar
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Blutlache: das ge-
streute Bindemittel dient u.a. der Auf-
nahme von Körper-
flüssigkeiten
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Delikt IV – Mörderische Liebe im Berner Inspelspital

Text und Bilder folgen... 

 

       

Delikt V – Meine Mutter brutal überfallen!

In verschiedenen Regionen der Schweiz treiben organisierte Schmuck-Trickdiebe ihr Unwesen. Jetzt haben sie wieder zu­ge­schlagen: Opfer ist diesmal ausgerechnet meine 86-jährige Mutter.

Es passiert an einem helllichten Tag im Jahr 2011 – rund 50 Meter von der Haustür entfernt: Meine Mutter, Ida Siegrist, will zur Pedicure in die Stadt fahren. Auf dem Weg zur Bus­station Schoss­halde, auf einem über­sicht­li­chen Privat­weg bei einem Auto-Parkplatz, ver­wickeln zwei Un­be­kannte (vermutlich rumä­ni­scher Her­kunft) die be­tagte Frau in ein Gespräch und bieten ihr in ge­bro­che­nem Deutsch eine wert­lose Hals­kette als Geschenk an. Als sie dieses ablehnt, kommt es zum Hand­gemenge. Mit einem ge­schick­ten Ab­lenkungs­manö­ver gelingt es den hinter­häl­ti­gen Tätern, dem wehr­losen Opfer die Gold­arm­band­uhr mit Gewalt zu ent­wenden und zu Fuss zu flüchten. Beim Vorfall stürzt die Senio­rin auf den Stein­platten­boden. Ein Arzt, der neben­an seine Praxis hat, ent­deckt die auf der Erde liegende Frau, hilft ihr auf und be­glei­tet sie nach Hause. Dort wird sofort die Polizei alarmiert, die Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Mit grösster Wahrscheinlichkeit wird man die Täterschaft nie ermitteln können, weil es organisierte Banden sind, die nach ihren Taten die Schweiz sofort wieder verlassen. Deshalb taucht meist auch das Diebesgut nie mehr auf.

Glück im Unglück: Meine Mutter erleidet Rippen­quet­schun­gen und Prel­lun­gen an der rechten Ge­sichts­hälfte – und steht unter Schock. Eine Hirn­blutung liegt glück­licher­weise nicht vor, wie eine Com­puter­tomo­grafie des Schädels ergibt. Es werden auch keine Frak­turen dia­gnos­ti­ziert.

Die gestohlene Goldarmbanduhr hatte für die Rent­nerin einen hohen emo­tio­na­len Stellen­wert, war sie doch ein Ge­schenk ihres vor Jahren ver­stor­be­nen Ehe­manns Bernhard und ein Er­inne­rungs­stück an ihn.

Die Schmerzen vergehen und die Wunden heilen. Das seelische Trauma aber hinter­lässt eine blei­bende Narbe.

(siehe Rubrik Printartikel Schande! im «Blick»; Veuve de 86 ans brutalisée en ville in «Le Matin»; Diebe haben mich so zugerichtet in «Neue Post» und Rentnerin wurde Opfer brutaler Trickdiebe in «Die Ganze Woche» (Öster­reichs auf­lagen­stärkste Wochen­zeit­schrift) sowie Rubrik Bildreports Die miesen Maschen der bruta­len Trick­betrü­ger und 86-Jährige in Bern auf der Strasse verprügelt im «Blick online» sowie Trick­diebe rauben Seniorin aus in der «Berner Zeitung online»)

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Ein blau-violetter Bluterguss
zieht sich von der rechten Stirn
bis unter das Auge und verun-
ziert das Gesicht meiner Mutter

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Die Trickdiebe schenkten meiner
Mutter eine wertlose Halskette,
stahlen ihr aber ihre Armbanduhr

 

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Ein trauriges Vor-
kommnis, das
meiner Mutter
widerfahren ist
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Blick-Titelstory
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Nach der Genesung: Meine
Mutter mit dem Foto ihres
verstorbenen Ehemannes Bernhard

Wie sicher ist die Schweiz heute?

1988 hatte die Schweiz europaweit die tiefste Kri­mi­na­li­täts­rate. Mitt­ler­weile ge­hört das Bild der siche­ren Schweiz jedoch der Ver­gan­gen­heit an. Hel­ve­tien ist nicht mehr das sicherste Land Euro­pas; es hat in Bezug auf die Kri­mi­na­li­tät den euro­päi­schen Durch­schnitt er­reicht, so eine im Jahr 2011 ver­öffent­lichte Stu­die des Krimi­no­lo­gi­schen In­sti­tuts der Uni­ver­si­tät Zürich.