Markus Siegrist
Sprünglistrasse 1
3006 Bern


 
 

Bombenstimmung I Beruf mit hoher Pulsfrequenz

Der Job ist spannend und zugleich gefähr­lich. Ihn aus­zuüben erfordert starke Nerven, präzises Arbeiten, Finger­spitzen­gefühl, Sach­verstand, Flexi­bili­tät und grosse Erfah­rung. Die Berufs­bekleidung wiegt über 30 Kilo­gramm und sie anzu­ziehen dauert eine Viertel­stunde. Danach gleicht man einem Astro­nauten. Ein Helm und ein­ge­nähte Stahl­platten sind in diesem ‹Astro­nauten-Outfit› uner­lässlich. Auf gepan­zerte Hand­schuhe verzichtet man meistens, würden sie doch die Fein­motorik der Hände zu stark beein­träch­tigen. Dass man bei dieser Tätig­keit eine Hand verliert oder dass ganze Körper­teile zerfetzt werden, gehört zum Berufs­risiko.

Wie die Leute, die diesen Beruf ausüben, mit Namen heissen, erfährt man ebenso wenig wie die Zahl der in diesem Bereich Tätigen.

Die Rede ist von der Polizei-Spezial­einheit der Bomben­entschär­fer, auch «Kampf­mittel­besei­tiger» genannt.

Zu deren Hauptaufgaben gehört es, Bomben, Raketen, Granaten, Minen und andere so­ge­nannte Kampf­mittel zu orten, frei­zulegen, zu bergen und schliesslich unschäd­lich zu machen. Letzteres ge­schieht entweder durch Ent­schärfen (Dela­bo­rieren) oder Sprengen (Deto­nieren).

In der Bundesstadt Bern gibt es jährlich durch­schnitt­lich zehn­mal einen Bomben­alarm. Meistens geht es um ver­däch­tige Gegen­stände wie Koffer, die irgendwo ent­deckt werden. Die Umge­bung wird dann ab­ge­sperrt, der Verkehr um­ge­leitet und allen­falls werden auch Häuser eva­kuiert.

Meine Bilder zeigen Bombenentschärfer bei Ernstfall-Einsätzen.

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Ernstfall in der Berner
Marktgasse: Bomben-
entschärfer in Aktion

   
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Ernstfall in einem Berner Quartier: Ein
Bombenentschärfer bereitet sich auf
seinen Einsatz vor

 
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Bei diesem Bombenalarm kommt
auch der ferngesteuerte Polizei-
roboter (oranges Fahrzeug) zum
Einsatz

 

Bombenstimmung II Bombenalarm statt «Weihnachtspäckli»

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Es ist Abendverkauf und kurz vor Weihnachten. Viele Bernerinnen und Berner wollen noch ihre letzten Weihnachts­ein­käufe tätigen.

Doch in einem Kleidergeschäft an der Berner Markt­gasse und beim Detail­händler Ryfflihof gehen Bomben­drohungen ein.

Die Stadtpolizei sperrt die Marktgasse und das Gebiet rund um den Ryfflihof ab und eva­ku­iert die Kund­schaft. Es kommt zu Be­hin­de­run­gen im Öffent­li­chen Ver­kehr. Die Berufs­feuer­wehr Bern sowie die Sani­täts­polizei werden auf­ge­boten, kommen jedoch nicht zum Ein­satz, denn beide Er­eig­nisse ent­puppen sich als Fehl­alarme.

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Bombenstimmung III Bombenalarm wegen Attrappe...

Donnerstag, 11. April 1996, ca. 17 Uhr. Bei der Berner Stadtpolizei geht die anonyme Meldung ein, in einem Schliess­fach des Berner Haupt­bahnhofs werde eine Bombe ex­plo­dieren.

Die Polizei rückt sofort aus und sperrt die Unter­führung bei den Billett­schaltern und der Schliess­fächer­anlage ab. Die Perrons sind nur noch über die Schanzen­brücke und die Neuen­gasse erreich­bar.

Polizei-Spezialisten müssen das verdächtige Schliess­fach gewaltsam öffnen und finden einen omi­nösen Gegen­stand vor. Alsbald stellt sich heraus, dass es sich um eine At­trappe handelt.

Die ganze Polizeiaktion dauert rund zwei Stunden und ent­hüllt sich als Fehl­alarm.

Meine Bilder zum Ereignis sind leider von schlechter Qualität; sie wirken ver­schwom­men und un­scharf. Die Negative und Fotos waren bei mir unauf­find­bar. Von einer Blatt­kopie konnte ich die Auf­nahmen jedoch repro­du­zieren.

Ab dieser Blattkopie habe
ich die Bilder reproduziert

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Ein Bombenentschärfer macht
sich zum Einsatz bereit. Rechts
stehen Kripo-Chef Perler und
Pressesprecher Gross

   
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Bei dieser Absperrung liegen Sandsäcke bereit – dies für den
Fall einer Detonation

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Improvisierte Pressestelle im Bahnhof
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Ein Spezialist beim offenen Schliessfach
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Polizisten bei der Spuren-
sicherung
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Die anonyme ‹Botschaft› der unbekannten Täterschaft
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Schaulustige verfolgen die
Arbeit der Polizei
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