Markus Siegrist
Sprünglistrasse 1
3006 Bern


 
 
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Berner Sounds I Berns bekanntester Liedermacher

Nicht nur sein «Zündhölzli» liefert musikalisch und text­lich ‹Zündstoff› über Generationen; denn Hans Peter Matter alias Mani Matter – «Mani» ist sein Pfad­finder­name – war ein intelligenter Beobachter, welcher kritisch hinterfragte und pointiert textete. Seine alltags­philo­sophi­schen, scharf­sinnigen wie poeti­schen Lieder sind längst Schweizer Volks­kultur­gut.
Mit den Berner Troubadours hat er den Grundstein für den heutigen Mundartrock und -rap gelegt.

Stephan Eicher, der Schweizer (Rock)-Chansonnier, ver­hilft Mani Matters «Hemmige» zu über­natio­na­lem Erfolg: Er schafft damit den Sprung in die Top-30 der französischen Charts.

Dass Manis Lieder zeitlos sind, zeigt der 1992 erschie­nene Sampler «Matter-Rock», auf dem die Berner Szene mit Musikern wie Kuno Lauener von Züri West, Polo Hofer und Span ihr Vorbild würdigen. Das Album hielt sich über 34 Wochen in den Schweizer Album­charts, davon 13 Wochen auf Platz 1.

«MatterLive» heisst ein weiteres Band-Projekt, das der Fern­seh­moderator und Musiker Ueli Schmezer ins Leben gerufen hat. Auch die Rapper Greis und Knutti MC haben sich von Matters Texten inspirieren lassen.

2003 ehrt die Stadt Bern den beliebten Chansonnier, indem sie einen kurzen Strassen­abschnitt Mani-Matter-Stutz tauft. Weitere Aner­kennun­gen folgen in den Jahren 2011 bis 2013: Verschiedene Institutionen wie das Landesmuseum Zürich, das Bernische Histori­sche Museum sowie das Forum Schweizer Geschichte Schwyz würdigen Matters Lebenswerk mit einer Aus­stellung.

Mani Matter ist am 4. August 1936 in Herzogen­buch­see (BE) geboren. Er wächst in einer gut­bürger­li­chen und libe­ra­len Familie mit seiner Schwester Helen auf. Seine Mutter ist Hollän­derin und bis zur Heirat als Sekre­tärin tätig; der Vater ist ein angese­hener Berner Rechts­anwalt mit Kanzlei. Die Umgangs­sprache in der Familie ist Fran­zö­sisch, was dem jungen Mani den Zugang zum fran­zö­si­schen Chansons erleichtert hat.

Mit 17 Jahren beginnt Mani Matter berndeutsche Chan­sons zu schreiben und mit der akusti­schen Gitarre zu begleiten. An einem Pfad­finder­anlass hat er seinen ersten Kurz­auftritt. Dieser wird ein voller Erfolg, sodass er weitere Mundart­verse und Melodien schmiedet. 1960 ist er erstmals im Radio zu hören.

Nach der Matura absolviert Mani Matter ein Jus-Studium und arbeitet dann in der Berner Stadt­ver­waltung als Rechts­konsulent. Er ist mit Joy Matter, heute Alt-Regierungs­rätin, verheiratet und hat drei Kinder.

Anfänglich bestreitet der von Georges Brassens inspi­rierte Dr. iur. H. P. Matter seine öffentlichen Auftritte zusammen mit den Berner Troubadours, bis ihn dann der Kabarettist Emil Steinberger ermuntert, Soloprogramme zu starten.

Zu seinen bekanntesten Perlen gehören «I han es Zünd­hölzli azündt», «Si hei dr Wilhälm Täll ufgfüert», «Dr Ferdinand isch gstorbe», «Dr Sidi Abdel Assar vo El Hama», «Dr Eskimo» und «Dr Alpeflug».

Am 24. November 1972 wird der erst 36-jährige Mani Matter jäh aus dem Leben gerissen: Auf der Fahrt zu einem Konzert in Rapperswil (ZH) kollidiert er mit einem Last­wagen und stirbt noch auf der Unfall­stelle. Der Lieder­macher findet seine letzte Ruhe auf dem Berner Bremgarten-Friedhof.

(siehe Rubrik Bildreports Liederabend erinnert an 75. Geburtstag von Mani Matter in «Berner Zeitung online», Mani Matter bröckelt von der Wand ab in der «Berner Zeitung online», Mani Matter blättert von der Wand in «Der Bund online», im «Tages Anzeiger online», in der «Basler Zeitung online» und Ein Denkmal verblasst (Bild der Woche) im «Migros Magazin»)

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Mani-Matter-Stutz: zwischen Berner Rathaus und christkatholischer Kirche

 

Berner Sounds II Polo Hofer – Polo national

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