Markus Siegrist
Sprünglistrasse 1
3006 Bern


 
 
 

LIEBE – HIEBE – TRIEBE!

Anmerkung   Meine Meinungen und Ansichten decken sich nicht zwingend mit den psycho­lo­gi­schen Lehren. Ich bin kein Experte, kein Geschlechterforscher – es sind meine Erfahrungswerte und Beobachtungen, Lektionen der Liebe und alles Drumherum, mit dem jeder im Leben ein- oder mehrmals konfrontiert wird. Die folgenden Aus­führungen sind nicht als Ratschläge zu ver­stehen, sondern vielmehr als Denk­anstösse. Ich habe das Rad nicht neu erfunden, jedoch könnte der Text eine Lebenshilfe und Inspiration sein, wenn man einmal unter die Räder geraten sollte.

Fragen über Fragen…

Seit Jahren befasse ich mich mit dem universellen Phänomen Liebe, Sex, Partner­schaft und Familie. Warum liebt man? Warum tun wir uns als Paare zusammen? Warum hält eine Beziehung – oder eben nicht? Warum ist langes Liebesglück keine Selbst­ver­ständ­lichkeit? Warum empfindet man plötzlich starke Gefühle für einen Menschen? Warum entsteht eine Haltung inniger und tiefer Verbundenheit. Warum sollten wir Schweizer keine guten Liebhaber sein? Warum können Prestige und Wohlstand zu ‹Liebe› führen? Warum macht Liebe blind? Warum gibt es mehr unglückliche als glückliche Paare? Warum endet jede zweite Ehe vor dem Scheidungsrichter? Warum entsteht Hassliebe? Warum kann Liebeskummer krank machen? Warum war früher die Ehe eine «rosarote Diktatur»? Warum kann man gegenüber dem Partner den Respekt verlieren? Warum können Gefühle in einer Beziehung ein Verfall­datum bekommen? Warum verhext der Amorpfeil? Warum gibt es in der Ehe keine lebenslängliche Garantie? Warum hat man kein Rezept dafür? Warum leben Mann und Frau noch zusammen, obwohl sie sich innerlich längst voneinander distanziert haben? Warum besagt die Statistik, dass sich langjährige Liebes­beziehungen positiv auf die Gesundheit auswirken? Warum kann eine Ehe finanziellen Ruin verursachen? Warum können Beziehungsprobleme Obdachlosigkeit verursachen? Warum zeigt sich bei Geldfragen die Wahrheit einer Beziehung? Warum kann die Hochzeit Anlass einer ersten Beziehungskrise sein? Warum könnte es bald die «Ehe light» geben? Warum leben wir in einer ober­fläch­lichen Gesellschaft? Warum kennt sie keinen gesunden Mittelweg? Warum gibt es gleich­geschlecht­liche Liebe? Warum wird sie immer noch diskriminiert? Warum geht es so lange, bis die «Ehe für alle» eingeführt wird? Warum gibt es Trans- und Intersexualität? Warum ist die sexuelle Ausrichtung immer noch gesell­schafts­relevant? Warum interessiert sich eine lesbische Frau plötzlich für einen Mann? Warum beeinflusst mangelnde Selbstliebe eine Partner­schaft negativ? Warum kommt Angst auf, Papa zu werden? Warum muss man sich während einer Geburt mehr um den werdenden Vater kümmern? Warum entstehen immer mehr Patchwork­familien? Warum gibt es Fernbeziehungen? Warum wird der Alltag für allein­erziehende Mütter zum Hürdenlauf? Warum streben Frauen beides an – Karriere und Kinder­wunsch? Warum kann zu viel Seelenkunde die Beziehung beeinträchtigen? Warum kann bei Söhnen Eifersucht entstehen, wenn ihre alleinstehende Mama plötzlich einen Freund hat? Warum gibt es asexuelle Menschen? Warum gibt es eine grosse Anzahl von Frauen, die mit ihren Partnern Sex haben, nur um die Beziehung aufrecht zu erhalten? Warum entsteht Narzissmus? Warum lässt man sich ein Intim-Piercing oder Tattoos stechen? Warum sind Körperhaar-Rasuren voll im Trend? Warum spielen Liebe und Zuneigung im Leben eine so grosse Rolle? Warum gibt es häusliche Gewalt? Warum stalken Männer häufiger als Frauen? Warum verlieren Männer im Moment der Trennung häufig die Kontrolle? Warum sind Frauen­häuser überbelegt? Warum tabuisiert man immer noch, dass Frauen Männer schlagen? Warum gibt es Männer­häuser? Warum können Ferien und Feiertage zur Beziehungsfalle werden? Warum boomen Beauty-Behandlungen? Warum sind binationale Liebes­beziehungen problema­tischer als nationale? Warum kann virtuelle Liebe zu bösem Erwachen führen? Warum missbrauchen Väter ihre Töchter sexuell? Warum gibt es sexuelle Ausbeutung und Nötigung? Warum können Tantra-Massagen sexuelle Blockaden lösen? Warum zerstören zu starke Gefühle die Liebe? Warum ist der Mensch auch in Liebes­beziehungen egoistisch? Warum gibt es Schein­ehen? Warum haben Partner, die sich in Beziehungen ständig rechtfertigen, etwas zu verbergen? Warum neigen Frauen eher zum Fühlen und Männer zum Denken? Warum feminisieren sich Männer? Warum will man dem Partner imponieren? Warum entsteht Eifersucht? Warum kann sie eine Beziehung zerstören? Warum detektiert man in Beziehungen, beispielsweise mit dem Installieren von Wanzen? Warum kauft man Freundschaft? Warum täuschen Frauen Orgasmen vor? Warum heiraten Akademiker studierte Frauen? Warum holt man den sexuellen Appetit in der gemischten Sauna oder am FKK-Strand? Warum steigert Sonne die erotische Lust? Warum werden Nudistinnen in der Reife schamvoll? Warum neigen Frauen mit neuem Partner zu Blasen­ent­zün­dun­gen? Warum können Spermien Gebär­mutter­hals­krebs begünstigen? Warum nimmt die Spermien­qualität bei jungen Männern stetig ab? Warum streben immer mehr junge Leute Unver­bind­lich­keit statt eine feste Beziehung an?Warum vertuschen Frauen dem Partner ihre Harninkontinenz? Warum spricht man nicht darüber? Warum braucht Sex in der Reife Vorbereitungszeit? Warum haben Männer Erektionsstörungen? Warum ist die Erektion in einer Partnerschaft so wichtig? Warum kann im Alter die Prostata zur Schwachstelle werden? Warum nimmt das sexuelle Verlangen bei der Frau mit Beginn der hormonellen Umstellung ab? Warum bekommen Frauen den Baby-Blues? Warum zählen äussere Werte mehr als innere? Warum versuchen Liebes­partner sich gegen­seitig zu optimieren? Warum geht fast jede zweite Person fremd – Frauen wie Männer? Warum ist Treue out? Warum soll der Mensch monogam sein? Warum können es viele nicht bleiben? Warum ist Polygamie in der Verliebtheitsphase tabu? Warum nehmen Männer Prostitution in Anspruch? Warum haben sich Sitten und Moral verändert? Warum lassen sich immer mehr Frauen auf Sex ohne Bindung ein? Warum täuschen Partner bis zur Enttäuschung? Warum wollen einige nur eine platonische Liebe? Warum nennt sich Liebe ohne Berührung noch Liebe? Warum entsteht sexueller Fetischismus? Warum gibt es Pädophilie? Warum gibt es Hypersexualität? Warum gibt es Objektophilie? Warum praktizieren Menschen Gruppensex? Warum kommen Menschen mit Sado-Maso-Spielen zum Orgasmus? Warum gibt es Frauen, die auf Männer in Uniformen stehen? Warum entsteht sexuelle Lust? Warum kreiert der Mensch erotische Fantasien? Warum kann man Liebe erzwingen? Warum macht man Sex aus Anstand und Mitleid?Warum provozieren Frauen mit ihren Reizen? Warum werden Männer wegen sexueller Belästigung angezeigt? Warum wird sexuelle Aufdringlichkeit von Frauen gegenüber Männern am Arbeitsplatzt und auf der Strasse goutiert, umgekehrt jedoch nicht? Warum ist für unmoralische Menschen Safer Sex wichtig? Warum geben sich einige beim Partner nicht so, wie sie sind? Warum schmerzt eine Trennung so sehr? Warum haben sich Frauen früher in ein Korsett eingeschnürt? Warum mustern Frauen Frauen häufiger als Männer Männer? Warum ist Ästhetik so wichtig? Warum gibt es Nudismus, Exhibitionismus und Voyeurismus? Warum kann Sex süchtig machen? Warum kann Pornografie schaden? Warum gibt man dem Partner nicht alles preis? Warum sind Frauen raffiniert und berechnend? Warum gibt es Frauen, die auf jüngere Männer stehen, und Männer, die an reiferen Frauen interessiert sind? Warum ziehen Väter nach der Trennung ökonomisch den Kürzeren? Warum gibt es Mütter, die die Grenze zur körperlichen Nähe zu ihren pubertierenden und erwachsenen Söhnen schamlos überschreiten? Warum ist Inzest in jeder Familie möglich? Warum rebelliert man in der Pubertät gegen die Eltern? Warum treten bei Pubertierenden Schamgefühle gegenüber den Eltern auf? Warum hatten unsere Eltern sexuelle Neurosen? Warum gibt es Sex ohne Gefühle? Warum gibt es One-Night-Stands? Warum kann man sich durch Sex verlieben? Warum gibt es guten und schlechten Sex? Warum wird Selbstbefriedigung immer noch tabuisiert? Warum soll Mastur­ba­tion Sünde sein? Warum lassen sich viele Frauen nackt fotografieren? Warum machen bereits Pubertierende Nackt-Selfies? Warum haben einige Schamgefühle und andere nicht? Warum ist Liebeskummer gleichzusetzen mit physischen Schmerzen? Warum heiratet man den Partner ein zweites Mal? Warum…? Warum…?? Warum…???

Von Verliebtheit zur Liebe

Was ist sie, die «liebe» Liebe? Was versteht man darunter?

Lieben ist Leben – Leben ist Lieben. Die Liebe ist die grösste Kraft auf Erden – im positiven wie im negativen Sinn. Entweder fühlen wir uns «himmelhoch jauchzend» oder «zu Tode betrübt». Alles dazwischen deutet auf Routine oder eingespielte Langeweile hin, was ich nicht negativ werten will.

Prägen und geprägt werden – beides gehört zu unserem persönlichen wie gesellschaftlichen Leben. Wir entwickeln und verändern uns ständig und stagnieren meistens nie – auch in der Liebe nicht. Darum ist sie für uns so schwierig.

Der Alltag holt uns immer wieder in die Realität zurück. Aus­schlag­gebend ist deshalb, wie wir mit der Wirklichkeit der eigenen Unlaune und den eventuell möglichen Schwankungen des Partners umgehen! Tatsache ist: Arbeitszeit und Freizeit sind oft fliessend. Die Berufswelt fordert und überträgt sich auf die Partnerschaft.

Die Verliebtheit kann uns sehr glücklich machen und verzaubern. Es entstehen biochemische Reaktionen und psychische Symptome. Die Hormone spielen verrückt. Der Körper ist im Ausnahme­zustand. Manchmal entsteht daraus Liebe, eine tiefgehende Partnerschaft. Fast immer gibt es aber auch Probleme, die man ausdiskutieren sollte. Häufig sind diese aber so gravierend, dass die Beziehung zu scheitern droht oder daran zerbricht.

Feste Beziehung oder Affäre? Freiheit oder Geborgenheit? Eingeklemmt zwischen Liebesstress und Einsamkeit? Was will ich? Prüfe, wer sich «ewig» bindet, besagt ein altes Sprichwort. Eine Partnerschaft einzugehen braucht Mut und vor allem Überzeugung. Diese dann langfristig aufrecht zu halten, erfordert einiges, ist es doch eine grosse Herausforderung, behaftet mit einem Hochrisiko.

Der Schwierigkeitsgrad in einer Beziehung ist durch die Emanzipation der Frau mit ihrer Bildung und Karriere gestiegen. Ihre Rolle ist heute neu definiert. Sie ist ökonomisch unabhängig und daher selbständig und selbstbewusst geworden, was Männern vielfach schwerfällt. Die Frau ist vom schwachen zum starken Geschlecht aufgestiegen.

In einer Partnerschaft sollte man Kompromisse eingehen, sich vernünftig und massvoll einfügen, Vertrautheit schaffen, Vertrauen aufbauen, Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit anstreben. Das Geben und Nehmen sollten sich die Waage halten. Zudem sollte man gemeinsam den sozialen Rhythmus finden, einmal im 4/4-Takt schwelgend, manchmal im Walzertempo. Respektvoller Umgang, einander Raum geben und transparentes Kommunizieren sind meines Erachtens die wesentlichsten Punkte für das Funktionieren. Es ist ein stetiges Arbeiten zweier Individuen, um die Liebe lebendig zu erhalten. Wenn man die Vergangenheit des Partners kennt, kann man ihn in seinem Verhalten besser verstehen. Frauen und Männer sollten auch in einer Bindung ihre Autonomie behalten. Die Liebe als komplexes, überdimensionales Konstrukt äussert sich im Denken, Fühlen und Verhalten gegenüber einer anderen Person.

Viele Menschen, so auch ich, sind geprägt von akribischen Vorstellungen – von einem Wunschdenken, wie eine Partnerschaft funktionieren sollte. Dabei blendet man meist aus, dass Menschen nun mal verschiedene Vorstellungen und Bedürfnisse haben. Harmonie, Einigkeit und Kompromiss­bereitschaft sind tolle Wörter, aber sie können und sollen das Individuelle des Partners nicht komplett beseitigen. «Stark» und «glücklich» sind oftmals genau jene Paare, die wieder und immer wieder annehmen und vielleicht sogar zelebrieren, dass sie sich in vielem nicht einig sind und es auch nicht werden. Einfacher gesagt, als getan! Man sollte den Mut aufbringen, Veränderungs­ziele zu suchen, in denen vielleicht auch eine Prise Beziehungs­anarchie steckt.

Nach der Verliebtheitsphase hält schnell einmal der Alltag Einzug. Die Schmetterlinge im Bauch flattern nicht mehr so heftig und plötzlich fliegen Fledermäuse wirr in der Magengrube umher. Der Barometer der Glückshormone ist am Sinken. Man merkt plötzlich, dass der Partner nicht nur positive, sondern auch negative Seiten zeigt, die vom Gegenüber als störend empfunden und lupenhaft vergrössert wahrgenommen werden können. Es wird gegenseitig kritisiert. Man will den Partner verändern, charakter­chirurgisch behandeln oder wie einen Lehmklumpen formen. Der Konflikt ist programmiert. Eigene Schwächen werden oft dem andern angelastet und eröffnen bei Partnern ständig neue Baustellen, dabei sind sie höchstwahrscheinlich selber eine. Die Ernüchterung ist eingetroffen. Das Beziehungsgefecht hat begonnen. Verbale Kämpfe, Selbstzweifel bis hin zur Resignation. Die rosarote Brille ist abgelegt. Keine oder «falsche» Berührungen zeigen, wie nahe Lust, Unlust, Frust und Last beieinander liegen. Enttäuschungen können schwerwiegen. Missglückte Kommunikation, sexuelle Frustration und stummes Nebeneinander-Existieren sind die Auswirkungen. Auch Wortkargheit gehört zu den Liebeskillern – sie signalisiert dem Partner Desinteresse und schwächt das Wir-Gefühl. Da zeigt sich bereits,ob die Beziehung genug Stand­festigkeit aufweist, um weiter­zumachen oder auseinander zu ehen.

Kriselt es, dann taucht schnell der Vorwurf auf, man sei beziehungsunfähig. Ich meine: Niemand ist grundsätzlich unbegabt für die Liebe. Im Gegenteil: Jeder hat das Potenzial, mit einem anderen ‹glücklich› zu werden – vorausgesetzt, die Chemie stimmt und man macht sich mit seiner Bindungsgeschichte vertraut. Wenn sie weitergeht, kommen verschiedene Phasen, denn jede Beziehung ist ein ständiger Prozess mit Veränderungen.

Den perfekten Partner gibt es nicht – eine Partnerschaft ohne Ent­täuschungen aus meiner Sicht auch nicht. Tiefgänge und Schicksals­schläge können jedoch positive Aus­wirk­ungen haben und die Liebe sogar wachsen lassen. Leider wird viel zu schnell alles in Frage gestellt und man beendet subito die Beziehung.

Das Ehe-Ideal einer dauerhaften romantischen Liebe, die unentwegt auf einer erotisch-leidenschaftlichen, allumfassenden, geistigen und gefühlsmässigen Zuneigung zweier Menschen beruht und unablässig auf gegenseitige Wertschätzung gerichtet ist, gibt es nicht. Die vollkommene, ideale Beziehung ist eine Utopie. Eheleute müssen an sich und miteinander arbeiten. Warum aber suchen die meisten nach einer gescheiterten Beziehung wieder das irreale Ehe-Ideal?

Verliebtheit mache süchtig, betrunken und blind, weiss der Volksmund. Warum ähnelt diese Leidenschaft einer Sucht? Warum kann man euphorisch werden, denkt besessen an die geliebte Person und sehnt sich so nach ihr, dass das Gehirn verrücktspielt. Verliebtheit aktiviert sowohl jene Gehirnareale, die für Belohnung zuständig sind, als auch jene, die Schmerzen vermindern. Diese Mechanismen sind laut Hirnforschung vergleichbar mit der Einnahme schmerz­lindernder Medikamente oder dem Konsum von Opiaten, Kokain, Hanf oder Alkohol.

Das Ideal der romantischen Liebe und die Sehnsucht, sie zu erleben, hat es wohl zu allen Zeit­epochen gegeben. Doch erst zu Beginn der Moderne ist man vermutlich der utopischen Ideologie verfallen, romantische Liebe mit einer Ehe juristisch zu besiegeln. Ehe heisst Verantwortung und materielle Absicherung innerhalb dieser Gemeinschaft. Ich finde, es wird immer mehr zu einem schwierigen Unterfangen und einer grossen Herausforderung, Liebe, Ehe, Kinder und Beruf unter ein Dach zu bringen.

Ich wage zu behaupten, dass ca.90% aller Rock-, Pop- und Schlager­songs, die Themen Sehnsucht und Leidenschaft und die damit verbundenen Hoch­gefühle, aber auch ihre Grausamkeiten thematisieren und eine gefundene oder verlorene Liebe ‹besingen›.

Für die meisten Menschen ist eine stabile und glückliche Partnerschaft die Basis für Lebens­zufriedenheit und Wohlbefinden. Darüber hinaus kann sie als bedeutende Grundlage für die physische und psychische Gesundheit gesehen werden. Eine harmonische Beziehung zu finden und aufrecht­zu­erhalten ist u. a. auch Glücks­sache und für viele ein erstrebens­wertes Lebensziel. Wo aber liegen sie, die Grenzen von Kom­promiss­bereit­schaft, Toleranz und Versöhnung?

Meine kritische Betrach­tungs­weise: Ist es lohnens­wert, sich mühsam aufzuopfern und einen Grossteil der Energie in die Partnerschaft zu investieren? Jein! Schliesslich ist der aufrichtig ausgesprochene Satz «ICH LIEBE DICH» eines der schönsten Zugeständnisse, die zwei Menschen einander machen können!

Ehe – früher und heute

Text folgt...

Selbstliebe/Eigenliebe

Ohne Selbstliebe bzw. Eigenliebe können wir einen anderen Menschen nur eingeschränkt lieben. Sie ist quasi die Basis für die menschliche Existenz. Der Weg dazu führt über die Spiegelung des eigenen Ich. Es ist ein Erforschen über Einsicht und Selbsterkenntnis. Dadurch bekommt man ein besseres Bild über seine Persönlichkeit. Wer bin ich? Was habe ich für Fehler und Schwächen? Und was für Fähigkeiten und Stärken?

Nur wer wirklich an seinen Fehlern und positiven Eigenschaften arbeitet, entwickelt aufrichtige Selbstliebe. Selbsterforschung und die Erforschung des Partners ist die freundliche Hinwendung und Ehrlichkeit zu sich selbst. Wer mehr über sich weiss, kommt mit sich besser klar. Und mit anderen Menschen auch. Viele verwechseln Selbstliebe mit Anspruchsdenken und glauben, wenn sie überall das Maximum für sich einfordern, sei das besonders selbstbewusst. Sie sind nie zufrieden mit dem, was sie haben, und in der Folge verfallen sie in ein chronisches Nörgeln, wovon der vermeintlich unvollkommene Partner das meiste abbekommt. Dabei wird grosszügig übersehen, dass man selber auch nicht perfekt ist.

Ich meine, Nörgeln kann noch eine andere Bedeutung haben. Um sich ein besseres Bild zu machen, testet man den Partner. So geht es beispielsweise bei der Aussage «Du lässt immer alles herumliegen!» nicht primär um die Unordnung, sondern darum, die Reaktion des Gegenübers zu erfahren: Wie und was antwortet er mir?

Wie erwähnt ist Selbstliebe in ausgeglichenem Mass wichtig und gesund. Ein gewisses Potential davon steckt ohnehin in uns allen. In übersteigerter und extremer Aus­prägung definiert die Psychiatrie Selbst­liebe jedoch als narzisstische Persön­lich­keits­störung. Ein überhöhter Ich-Anspruch macht sich in allen gesellschaftlichen Bereichen wie Arbeit, Beziehung, Partnerschaft und Sexualität bemerkbar und kann zu grossen Konflikten führen. Das egozentrische und trügerische Selbstbild treibt Narzissten an, sich grösser, besser, souveräner und elitärer zu präsentieren als sie es in Wirklichkeit sind. Gegenüber Mitmenschen geben sie sich oft arrogant und kühl. Im Gegenzug suchen sie permanent nach Bewunderung und Anerkennung, fühlen sich schnell gekränkt und nie ausreichend wertgeschätzt. Diese selbstsüchtigen Menschen blenden – ihr Schein überspielt das Sein.

Die Wissenschaft besagt, der Narzissmus diene zur Kompensation tiefgreifender Minderwertigkeitsgefühle und Unsicherheiten. Es wird ebenfalls vermutet, dass genetische Faktoren dieses psychische Leiden begünstigen könnten. Ein weiterer Aspekt sind die Eltern, die ihrem Kind zu wenig Anerkennung schenkten, zu wenig einfühlsam waren oder es möglicherweise überforderten (siehe unter Kindheit ist prägend).

Mir stellt sich die Frage: Wie viel Narzissmus steckt in der Eitelkeit? Gibt es Parallelen?

Verhaltensweisen von Mann und Frau

Sind eigentlich Mann und Frau füreinander geboren? Männer sind bekanntlich kopflastig und denken rational, Frauen hingegen sind emotional gestrickt mit Bauchgefühl. Auch da gilt: Keine Regel ohne Ausnahme. Leider ist es immer noch Realität, dass die Gesellschaft emotionale Ausdrucksformen bei Frauen goutiert, ja sogar erwartet, bei Männern jedoch missbilligt.

Wie ticken Frauen wirklich? Eben anders als Männer! Diese sind auf der ewigen Suche nach der Logik der Frau, deren Handeln instinktiv ist. Wo ist der Schlüssel zum Verstand der Frauen, zu ihren Gefühlen und zu ihrem Körper?

Hat die Offenherzigkeit, Ungeniertheit und Scham­lo­sig­keit heutiger Frauen mit Feminismus oder mit der Eigenständigkeit, der Gelehrt­heit und der damit gewachsenen Selbst­sicherheit zu tun? Oder ist es pure Provokation oder stärkender Balsam für das mangelnde Selbst­vertrauen, wenn sich Männer­blicke auf den nackten Frauen­körper richten?

Frauen und Männer, finde ich, passen nur bedingt zusammen. Ihr Verlangen und ihre Ansichten sind nicht zwingend kompatibel, sondern zielen vielfach aneinander vorbei. Bräuchten wir nicht ein Geschlechter­verhältnis, das aus Differenzen Lust statt Zerstörung zieht?

Niemand kann einen anderen Menschen ändern, jeder kann nur sein eigenes Verhalten korrigieren. Gelangt man zur Einsicht, dass der Partner auch dann eine Bereicherung sein kann, wenn er nicht allen Erwartungen gerecht wird, dann hat Liebe eine Chance und Zukunft. Liebe dich und deinen Partner und es kommt ein Gefühl der Dankbarkeit auf, in einer Beziehung zu Hause sein zu dürfen. Die Kunst einer gelungenen Beziehung besteht darin, ein Milieu zu schaffen, in dem zwei Menschen so sein können, wie sie wirklich sind. Zudem sollten keine Machtgefälle produziert werden und Entscheidungen ‹basisdemokratisch› erfolgen.

Sexualität

Eigentlich spreche ich lieber von «Liebe machen» oder «ineinander verschmelzen», doch wenn man über dieses Thema schreibt, gibt es kein Drumherum um das Fachwort.

Jeder Mensch fühlt anders, und die Gefühle, die in uns wachsen, differenzieren sich, obwohl die Situation doch die gleiche ist. Deshalb hat jeder Mensch eine andere Empfindung dafür, was gut aussieht und sich gut anfühlt. Denn was dem einen Freude und Lust bereitet, kann dem anderen missfallen.

Sexualität ist in jeder Lebensphase präsent, weil wir vom ersten bis zum letzten Atemzug sexuelle Wesen sind. Das hat nicht etwa mit Statistik oder Wissenschaft zu tun, sondern vielmehr – meine ich – mit emotionaler Dynamik.

Schweizer gelten nicht als besonders heissblütig und leiden­schaft­lich, sondern vielmehr als pünktlich, organisiert und höflich – eigentlich keine gute Voraus­setzung, um beim Liebes­spiel zu punkten. Oder doch?

Intimitäten mit dem Partner können aber auch Furcht hervorrufen, was zu Stress führen kann. Gerade in der Reife haben viele Mühe, sich so anzunehmen, wie sie sind. Das betrifft Frauen wie Männer. Der Körper ist vielleicht nicht mehr so elastisch, stabil und leistungsfähig. Er entspricht nicht mehr dem jugendlichen Schönheitsideal und gewisse Mechanismen funktionieren nicht mehr so wie früher. Wenn jedoch die geistige und seelische Verbindung zum Partner intakt ist, gibt es keine plausiblen Gründe, sich zu schämen. Aus meiner Sicht ist Erotik und Lust altersunabhängig und wichtig. Oft aber ändern sich die Bedürfnisse mit den Jahren.

Sex ist nicht nur Lust. Sex hat eine ungemein wichtige Funktion auf der Beziehungsebene. Sex stabilisiert, baut Nähe, Vertrauen und Verbundenheit auf. Sex bereichert und kennt keine Grenzen. Wenn wir achtlos und intolerant mit ihm umgehen, beeinträchtigen wir im starken Masse unsere Lebensqualität. Wir müssen wieder lernen, das natürliche Potenzial zu nutzen.

Befriedigender Sex muss gelernt sein. Allein und gemeinsam. Wir müssen bereit sein, Fantasien zuzulassen und Hemmungen zu überwinden. Erfüllter Sex ist nicht nur eine Frage der erogenen Zonen, der Genitalien und Techniken. Er ist ein geistiger Zustand. Er ist Kommunikation, ein bewusstes Erleben und Austauschen von Gefühlen und Körpersäften. Er erfordert die volle Beteiligung all unserer Sinne. Man sollte sich wieder an lang verdrängte Empfindungen erinnern. Verpflichtungen und Tauschhandel haben jedoch im Bett nichts verloren. Seid ehrlich mit Wünschen, Vorlieben und Grenzen! Seid kreativ, wenn ihr in einer Angelegenheit nicht dasselbe wollt!

Sex sollte keine Selbstverständlichkeit sein. Die Gewohnheit ist der schlimmste Feind der Erotik. Paare, die schon länger zusammen sind, haben den Vorteil, dass der eine Partner genau weiss, was den anderen sexuell erregt. Sie müssen dieses Wissen nur nutzen. Bei frischen Paaren ist die Neugier und das Erforschen des Körpers und der Verhaltensweisen des Partners anfänglich ein Abenteuer. Man forscht, wie der andere geschaffen ist, wie er sich bewegt, wie er riecht und wo die verborgenen Stellen sind, an denen er am sensibelsten reagiert. Auf der Entdeckungsreise mit Auge, Hand und Gesicht erfährt man immer wieder etwas Neues. Vielleicht kommt ein verborgenes Tattoo oder eine Narbe zum Vorschein. Während der ganzen Exkursion begleitet uns die Unsicherheit und die Frage: Gefällt mein Körper dem neuen Partner? Ein verlängertes Vorspiel und die damit verbundenen, wachsenden Vorfreuden können den Genuss am Geschlechtsakt um ein Vielfaches steigern.

Die Fähigkeit einer Frau, Lust zu empfinden, hängt im Wesentlichen davon ab, welche Erfahrungen sie in der Vergangenheit gemacht hat (siehe Sexueller Kindsmissbrauch). Eines der wichtigsten und zugleich schwierigsten Ziele für beide Partner heisst lernen, in einer ruhigen, ungestörten und vertrauten Atmosphäre miteinander zu reden. Vielfach wissen Frauen aber nur wenig bis nichts von ihren sexuellen Wünschen oder verdrängen sie der Hemmungen wegen.

Der Mann und seine Impotenz: Die meisten Männer erleben zumindest einmal in ihrem Leben irgendeine Beeinträchtigung ihrer sexuellen Fähigkeiten, z. B. eine vorzeitige Ejakulation oder eine vorübergehende Impotenz. Beim gesunden Mann sind diese Probleme meist psychisch bedingt. Sie resultieren aus ungelösten Konflikten, beruflichen oder privaten Belastungen oder Ängsten. Als erster Schritt zur Lösung dieses Problems empfiehlt es sich, die Erwartungshaltung abzubauen, die meist vom Zwang, im Bett etwas leisten zu müssen, und den sich immer wieder auftürmenden Versagensängsten gekennzeichnet ist. Auch hier bewirkt Reden Wunder: Vielleicht stellt ‹Mann› dann fest, dass eine Frau genauso von der Angst des Versagens geplagt sein kann, und gewinnt sein Selbstvertrauen zurück.

Sexueller Kindsmissbrauch

Ein schlimmes und leidiges Thema, von dem nicht weggeschaut werden darf!

Ich spreche hier nicht über den sektirischen oder emotionalen Missbrauch, ich spreche auch nicht über die abertausenden Priester weltweit, die sich schändlich an Knaben sexuell vergangen haben und es immer noch tun, obwohl dies auch wichtig wäre. Es geht mir auch nicht um das Thema «Wenn die Mutter mit dem Sohn…», sondern explizit um sexuelle Misshandlungen von Vätern an ihren Töchtern und/oder an anderen nahestehenden jungen Mädchen im familiären Umfeld und um deren Auswirkungen

Die Häufigkeit sexuellen Missbrauchs in der Familie ist wegen der grossen Dunkelziffer nicht genau zu eruieren, darum verzichte ich auf vage Statistiken. Jedenfalls: Jeder einzelne Übergriff auf ein hilfloses Geschöpf ist einer zu viel!

Warum spreche ich diesen Aspekt an? Bis zum heutigen Tag habe ich sechs Frauen kennengelernt, denen solch schreckliche Vorfälle in ihrer Kindheit wiederfahren sind.

Ist das nur Zufall?

Betroffene haben es im späteren Leben nicht einfach. Das Widerfahrene kann einschneidende psychische Auswirkungen hervorrufen und zum Beispiel eine äusserst gravierende, posttraumaische Belastungsstörung bewirken. Oft durchleben sie die erlebte traumatische Situation im Erwachsenenalter immer wieder, obschon sie nicht mehr im Gefahrenbereich sind. Dies kann zur totalen sozialen Bindungsunfähigkeit führen. Sie sind stigmatisiert und können nicht mehr unterscheiden zwischen Freundschaft, Liebe und Sexualität. Die körperliche Nähe zu einem Mann kann zum Graus werden und das Verhältnis zu Partnerschaften stören. Gelegentlich flüchten sie in die Esoterik oder in eine Glaubensrichtung, neigen dazu, einer Sucht zu verfallen, landen in der Prostitution oder was der Verdrängnungsversuche mehr sind.

Die Missachtung ihres Willens und die Verletzung ihrer Integrität behaften missbrauchte junge Frauen mit Gefühlen der Hilflosigkeit und des Ausgeliefertseins. Gefühle der Scham, der Schuld und der Wertlosigkeit schwächen ihr Selbstvertrauen und oft fühlen sie sich in ihrem Schmerz allein gelassen.

Die Täter stammen meistens aus dem Familien- und Verwandtenkreis. Die Opfer werden gezwungen, alles geheim zu halten und ja nichts Mama oder anderen Personen preiszugeben, von den Autoritätspersonen bedroht oder, wie mir eine Frau kürzlich sagte, zum Schweigen erzogen.

Wie kann ein Kind das aushalten? Und wie könnte man das verhindern?

Aufmerksamkeit und Zivilcourage sind wichtige Aspekte bei dieser Thematik. Hellhörig sollte man werden, wenn man verdächtige Beobachtungen innerhalb der Familie / Verwandtschaft macht, wenn ein Kind sein Verhalten ändert und sich beispielsweise immer mehr zurückzieht. Leider aber kann man keine pauschalen Aussagen über ein verändertes Verhalten treffen, so die Wissenschaft, weil es immer vom Einzelfall abhängt.

Ein Kind versteht und begreift den Missbrauch noch nicht und kann aus lauter Angst den Mut nicht aufbringen, sich an eine Vertrauensperson zu wenden. Dazu kommt, dass man ihm möglicherweise nicht glauben würde.

Viele Opfer gelangen leider erst im Erwachsenenalter an die Öffentlichkeit und/oder unterziehen sich einer klassischen Psychotherapie, unterstützend kombiniert mit Psychopharmaka. Laut Aussagen können auch andere Formen wie Autogenes Training, Hypnose, Maltherapie, Selbsttherapie mit Vibrator (Dildo) oder gar Tantra-Massagen unterstützend helfen. Wichtig finde ich, dass derart traumatisierte Frauen einen Partner finden, der viel Verständnis, Geduld und Einfühlsamkeit aufbringt, sodass eine Partnerschaft möglich ist. Alle sechs Opfer, die ich kennengelernt habe, haben eine Familie mit Kindern gegründet. Das tönt hoffnungsvoll für betroffene Frauen.

Eine Betroffene hat zur Verarbeitung ein eindrückliches Gedicht geschrieben:

Gebrochenes Schweigen
Ach, Kind, du bist in diese Welt geboren.
Ach, Kind, hab dir ewige Liebe geschworen.
Ach, Kind, doch ist es über mich gekommen.
Ach, Kind, hab dir deine Seele genommen.
Ach, Kind, du lagst im Bett.
Ach, Kind, ich fand das nett.
Ach, Kind, konnte es nicht lassen.
Ach, Kind, dich überall anzufassen.
Ach, Kind, bin nicht schuld.
  Ach, Kind, hab dich zum Schweigen verdammt.
  Ach, Kind, habs nicht erkannt.
Ach, Kind, trags mit Geduld.
Ach, Kind, hab nie gefragt, ob es dich plagt.
Ach, Kind, nun bist du ganz allein.
Ach, Kind, wirst nie mehr glücklich sein.
Ach, Kind, hast es verdrängt, so lange Zeit.
Ach, Kind, dein Weg einsam und weit.
Ach, Kind, nun hast dich aufgerafft mit voller Kraft.
Ach, Kind, du hasts geschafft.
Ach, Kind, du hast dein Schweigen gebrochen.
Ach, Kind, du hast dich nicht mehr verkrochen.
   Ach, Kind, du bist nicht mehr zum Schweigen verdammt.
   Ach, Kind, jetzt hab ichs erkannt.
L. R.

Trennung und Liebesschmerz

Liebeskummer trifft und betrifft uns alle einmal. Es ist die Hölle. Es herrscht Dunkelheit und Verzweiflung. Man durchläuft eine düstere Zeit und steckt in einer emo­tio­nalen Kata­strophe. Es ent­stehen bio­chemische Reak­tionen, wie in der Ver­liebt­heits­phase. Dieser Seelen­zustand be­ein­flusst uns im negativen Sinn. Es fühle sich an wie ein Drogen­entzug, sagte mir einmal ein Heroin-Junkie.

Eine Trennung ist für beide Beteiligten immer ein schwerer Schritt! Wenn aus «wir» wieder «ich» und «du» wird, ist das für viele Paare eine äusserst schmerzvolle Erfahrung. Ein Partner leidet immer stärker. Sein Herz blutet. Vielfach kann man miteinander keine Grund­satz­diskus­sionen mehr führen. Eine Partei stäubt sich, ist nicht mehr bereit zu kommunizieren. Es fehlt der Wille, einen neuen Umgang miteinander zu finden und eventuelle Veränderungen zu akzeptieren. Eine Trennung kann auch das eigene Ich schwächen. Zurück bleiben tausend Fragen und ein Scherben­haufen. Der gefürchtete Liebeskummer tritt ein. Eine Zurückweisung schmerzt, tut verdammt weh, ist ein uner­träglicher Zustand – das ist nicht etwa Einbildung oder eine Floskel. Die Wissenschaft besagt, dass körperlicher Schmerz und verletzte Gefühle dieselbe Hirnregion in Aufruhr versetzen. Darum kann man emotionale Tiefschläge mit physischen Schmerzen vergleichen. Man fragt sich, ob Liebe nur ein undurchsichtiges, unverstehbar wirres Märchen sei, das Nerven, Energie und Geld kostet.

Die letzte Hoffnung für die Rettung der Beziehung ist eine Paartherapie, sofern beide Parteien gewillt sind, an sich zu arbeiten. Ein Psychologe sagte mir einmal im Interview: «Wenn nach sechs Konsultationen keine hoffnungsvollen Lichtblicke eintreten, bringen auch 30 Sitzungen nichts.» Ein interessanter Aspekt ist ausserdem, dass Frauen auf der Gefühlsebene beharrlich und kompromisslos sind. Ein NEIN ist ein NEIN und bleibt wohl ein NEIN.

Wenn noch Kinder involviert sind, kann das – neben dem Liebesschmerz – Vätern auch ökonomisch teuer zu stehen kommen. Sie fühlen sich oft benachteiligt. Mütter haben heute immer noch die besseren Karten beim Sorgerecht. Sollten sich die Männer stärker emanzipieren?

Häufig wird nach der Trennung das traditionelle, veraltete Familienbild Mutter betreut – Vater arbeitet angewendet. Soll man bei einer Trennung die Hürden bei der Frau höher setzen?

Finanziell stehen Frauen nach einer Scheidung aus meiner Sicht privilegierter da. Der Ex-Mann zahlt und zahlt, während es sich die Geschiedene auf seine Kosten gut gehen lässt. Sie kümmert sich um die Kinder und machts sich bequem. Er muss das Haus verlassen – arbeitet und sie schläft aus: Zahl­vater vs. Müssig­gang-Mama. Dazu kommt, dass sie womöglich schon in den Armen eines Neuen ist. Der Ex-Mann muss auch weiterhin ‹blechen›, obwohl die Frau ihn gegen einen neuen Partner ‹eingetauscht› hat. Bei einer Scheidung wird bei­spiels­weise auch die Alters­vorsorge des scheidenden Paares halbiert. Auch beim Vaterschaftsurlaub hinken Männer – immer noch – schwer hinten nach.

Es gibt jedoch auch eine Kehrseite: Wenn der Mann aus gewissen Gründen zahlungs­un­fähig wird, bleibt der Frau nichts anderes übrig als der Gang aufs Sozial­amt. Schwierige Zeiten für eine allein­erzie­hende Mutter können anbrechen. Deshalb ist es wichtig, die Rollen­ver­teilung in der Familie früh zu überdenken.

Hilfreich kann das soziale Umfeld sein, falls man von guten Freunden und Bekannten getragen wird und eine befrie­di­gende ArbeitsŠstelle hat. Letztlich aber muss jede Person selber damit fertig werden. Trauer­arbeit verarbeitet jede und jeder anders.

Liebestrauma

Ein gebranntes Kind scheut das Feuer. Es hat schlechte Erfahrungen gemacht, welcher Art auch immer. Ich spreche hier explizit nur vom «Beziehungsfeuer». Der Mensch hat vermutlich im Laufe der Evolution gelernt, Vorkehrungen zu treffen, wenn er etwas Schlimmes – in unserem Fall ein Beziehungsaus – erlebt hat, um es in Zukunft zu vermeiden. Diesen Urinstinkt tragen wir noch heute in uns.

Gebrannt möchte man sich nicht noch einmal die Finger verbrennen, sich nicht noch einmal in Gefühlsgefahr begeben. Deshalb bekundet man Mühe und geht zaghaft in eine neue Liebe. Man zeigt keine Emotionen – aus Angst und mit dem Hintergedanken: ‹Alleine wäre ich wohler.› Die Gefühlswelt ist wie abgestorben und starr. Es wird zur Beschwernis, Liebe anzunehmen. Man sträubt sich, will ohne Zweisamkeit auskommen oder tendiert zu einer platonischen Liebe. Ein Öffnen ist fast nicht mehr möglich.

Die Blockade ist schwer zu lösen und erfordert vom Partner viel: Geduld, Verständnis, psychologisches Einfühlungs­vermögen, Schaffen von Vertrautheit, Führen offener Gespräche ohne forderndes Ausquetschen mit Fragen. Jede innere Angst, jede Abwehrhaltung, mag sie auch noch so tief in der eigenen Seele verankert sein, kommt in einer neuen Partnerschaft auffällig zum Ausdruck. Die Wunden früherer Bindungen werden in die neue Beziehung mit hineingetragen und sind wieder präsent. Vielfach suchen enttäuschte, traumatisierte Menschen nach Gründen, um die Beziehung aus lauter Unbehagen und Bindungs­bammel wieder zu beenden. Es kann auch der Wunsch von Unver­bind­lich­keit aufkommen, wohl aus Angst, nochmals verletzt zu werden.

Das emotionale Gedächtnis lernt. Es baut Schutz­mechanismen ein, damit negative Beziehungs­erfahrungen sich nicht wiederholen. Menschen mit solchen Kränkungen verdrängen dann ihre Verun­sicherung und ihr Misstrauen und kompensieren dies oft mit einem überschwänglichen Konsumverhalten. Das Verschlingen von übermässigem Essen inkl. Süssigkeiten kann zu Fettleibigkeit führen und der unkontrollierte Konsum materieller Dinge, wie der Unter­haltungs­elektronik u.a.m. dienen als Partner­ersatz.

Eifersucht

Die Liebe hat auch dunkle Seiten, wie die quälende, lähmende und furchtbare Eifersucht. Sie kann Menschen in Gefühle der Verzweiflung stürzen und eine Beziehung zerstören. Eifersucht ist ein Grundgefühl, das fast alle kennen: Die Angst vor dem Verlust des Partners. Eifersüchtig auf den Partner wird man nur, wenn eine tiefe Verbindung herrscht.

Ich finde, eine gesunde Eifersucht gehört in eine Beziehung. Was aber, wenn diese krankhaft wird? Wie kommt es zu diesem gestörten Verhalten? Da sind vermutlich unzuverlässige Bindungen in der Kindheit die Ursache, wenn man erlebt hat, dass Zuwendung plötzlich abrupt ausbleibt, so die Wissenschaft. Diese Erlebnisse übertragen sich später auf die Partnerschaft und sind wie ein Cocktail aus verschiedenen Gefühlen und Verhaltensweisen. Dazu gehören Angst, Misstrauen, Minderwertigkeitsgefühle, mangelnde Selbstsicherheit, ein Sich-vernachlässigt-Fühlen, fehlende Beachtung, die zu einem unentwegten Hinterherspionieren, Kontrollieren und Verdächtigen führen. Dazu entwickeln sich Schuldgefühle, Ärger, Wut – bis hin zu Hass.

Fremdgehen

Auf immer und ewig: «Bis dass der Tod euch scheidet», besagt das Gelübde. Den Appetit holt man aber bekanntlich ausserhalb der Beziehung. Warum isst man nicht immer zuhause? Wieso gehen Frauen wie Männer fremd? Was ist der Reiz und der Kick? Ist es nur der Sex, der zur Risiko­bereit­schaft drängt und die aktuelle Beziehung aufs Spiel setzt? Ist der Mensch zur Monogamie geboren? Aus meiner Sicht ist das eine Lüge, ein Selbstbetrug. Ich glaube, es geht wie mit bei den Religionen um menschlich kreierte Ideen auf der Basis der Moral. Warum versuchen wir monogam zu leben, wenn es vielen schwerfällt, sich sexuell nur auf einen Partner zu fokussieren. Zwängen wir uns nicht in ein gesell­schaft­liches Korsett des Treu-Seins? Eine erzwungene Treue endet vielfach in der Frustration. Warum gibt es Länder, in denen Polygamie üblich ist? Bereits schon in der Bibel, im Alten Testament, werden chaotische und unmoralische Verhältnisse beschrieben, es ist von Vielweiberei, Inzest und Inzucht die Rede. Und laut Forschern gehen 97 Prozent aller Tierarten fremd.

Monogamie versucht man bei uns in der westlichen Kultur durch soziale, religiöse und moralische Normen zu festigen.

Jeder einzelne Mensch muss Lust, Trieb und Vernunft mit sich selber vereinbaren und verantworten, variieren doch die Anschauungen darüber, was Ethik und Moral bedeuten.

Meine Erklärungen, warum Mann und Frau fremdgehen: Es kann die fehlende Auf­merk­sam­keit des Partners und die eingespielte Routine sein, die auf fremde Geleise führen können. Eventuell auch die erloschene Leidenschaft und die sexuelle Unlust, behaftet mit Unverständnis. Der Partner lässt sich gehen, wird egoistisch und achtet nicht mehr so sehr auf sein Äusserliches wie früher. Der Alltag ist monoton geworden und läuft routinemässig ab. Es gibt keine Überraschungen mehr, schon gar nicht im Bett. Nach und nach leben die Partner ihr eigenes Leben. Der feurige Sex am Anfang der Beziehung ist nur noch schwache Erinnerung. Man möchte vielleicht etwas Neues aus­probieren, kann das jedoch mit dem Partner nicht ausleben, da er es ablehnt. Man kommt in ein Dilemma: Einerseits ist der Drang vorhanden, seine Sehnsüchte befeuernd auszuleben, anderseits will man den Partner nicht verletzen und nicht verlieren, kann aber der Labi­lität und Empfäng­lichkeit gegenüber fremden Menschen, die Auf­merk­sam­keit und Interesse an einem bekunden, nicht widerstehen, gerade etwa dann, wenn noch Alkohol im Spiel ist. Oder vielleicht möchte man einfach auch wieder einmal Schmetter­linge im Bauch verspüren und mit Propellern in die Zweisamkeit abheben.

Männer in der Midlife-Crisis könnten auch austesten wollen, wie es um ihren «Markt­wert» steht. Mir ist aufgefallen, dass Männer in der Reife mehrheitlich eine Bestätigung bei jüngeren Frauen suchen. Ein weiterer Grund könnte die Flucht vor zunehmenden Problemen in der aktuellen Beziehung sein. Auch ein geringes Selbst­wert­gefühl kann dazu führen, «über den Hag zu fressen». Was ich bei jüngeren Männern, die notorisch fremdgehen, vermute, ist, dass sie – wie in der Berufswelt – eine ständig neue Heraus­forderung anzu­peilen versuchen.

Gut zu wissen: Immerhin wünscht sich die Mehrheit eine glückliche, lang­fristige, monogame Beziehung, welche auf Liebe als wichtigstem Motiv basiert.

Laut Statistiken ist Untreue die häufigste Ursache für Streit und Scheidung. Vielleicht liegt das an unserer unter­schied­lichen Auffassung von Treue. Ist Treu-Sein und Treu-Bleiben eine Willens­sache? Fängt Untreue bereits an, wenn der Mann während dem Sexakt mit seiner Frau an seine Sekretärin denkt? Oder sind das normale Fantasien, die moralisch vertretbar sind?

Meine Schlüsselfragen: Sollten uns die leiden Umstände in vielen Familien mit Seiten­sprüngen und Scheidungen inklusive finanziellem Ruin nicht längst eine Lehre sein? Oder sind Lust und Trieb stärker als die Vernunft? Ist Unmoral sexy? Wäre es nicht sinnvoller, an der lang­jährigen Beziehung zu arbeiten und in diese zu investieren, statt wegen jemand anderem alles hinzu­schmeissen? Treue zum Partner ist letztlich auch Treue zu sich selbst.

Körperkult

Schlank und (k)rank bist zur Magersucht. Viele Frauen sind unzufrieden mit ihrem Körper. Von Jung bis Alt. Ich bin selten einer Frau begegnet, die mit ihrem Körper im Einklang war, und staune immer wieder über die verfehlte Selbstwahrnehmung. In den letzten Jahren habe ich nur Frauen kennengelernt, die sich Beauty-OPs unterzogen haben. Ästhetische Skalpell-Eingriffe und Botox-Injektionen boomen, was ich bedenklich finde. Diese Menschen erhoffen sich dadurch mehr gesellschaftliche Akzeptanz, sie bringen aber auch ihr mangelndes Selbstwertgefühl zum Ausdruck. Sind Wünsche und Vorstellungen einer plastischen Veränderung ein realisierbares Ziel oder bloss nur Vision?

Ich muss jedoch den Aspekt Bildung hervorheben. Akademikerinnen gehen beispielsweise annehmbarer und harmonischer mit ihrem Körper um.

Schade, dass sich so viele weibliche Wesen mit Selbstzweifeln plagen, sich übermässig Gedanken über Gewicht, Cellulitis, Speck­röllchen machen und häufig mit der Brust und/oder dem Genitalbereich unzufrieden sind. Ihre heimlichen ‹Verführer› sind nicht (nur) wir Männer, sondern auch die Medien und die Werbung. Sie setzen besonders bei Frauen fixe Schönheits­standards fest. Je weiter diese sich von der Realität entfernen, desto unglücklicher werden wir – Frauen wie Männer. Wir rennen zielstrebig im Hamsterrad der Selbst­verbesserung und benutzen alle Mittel, um besser auszusehen. Gleichzeitig rennen wir gegen die Zeit. Wie können wir der Ideologie der Standard­schönheit entkommen?

Frauen, nehmt doch eure Hüllen, wie sie sind. Seid aktiv – bleibt in Bewegung. und nährt eure Haut äusserlich. Esst ausgewogen, dazu gehören genügend sättigende Nahrungs­mittel, die eiweiss­reich sind, pflanz­liche Fette und langsam verdauliche Kohlenhydrate enthalten, sowie die tägliche Zufuhr von bis zu drei Litern ungesüsster Getränke.

Ich sage nicht, dass man keinen Wert auf sein Äusseres legen und einem das Aussehen gleichgültig sein soll. Ich sage nicht, Schönheit sei unwichtig. Aber Schönheit kommt von Innen und liegt für mich im Auge des Betrachters. Nebst dem Körper und Aura sind mir auch nonverbale Ausdrucks­formen wie Mimik, Gestik und Haltung sowie der verbale Austausch wichtig. Auch eine angenehm klingende Stimme, verbunden mit einer Prise Rhetorik, kann anziehend wirken. Diese Faktoren führe ich dann zusammen und es entsteht ein Ganzes, ein Gesamt­kunst­werk. Dieses ist ausschlag­gebend, ob aus der Sympathie Gefühle entstehen können. Auch der Blick­kontakt spielt für mich eine zentrale Rolle.

Ich möchte alle Frauen ermutigen, ihren Körper zu akzeptieren, sich attraktiv zu fühlen und sich mit dem Body zu versöhnen, auch wenn die Waage nicht das Ideal­gewicht zeigt.

Wechseljahre

Menschen mittleren Alters haben es nicht leicht. Die Jugend ist vorbei, und das Alter droht mit allerlei Unerfreulichem. Die Ärzteschaft will plötzlich seltsame Unter­suchungen vornehmen. Man fühlt sich ein bisschen verloren, ist im Transit­bereich des Lebens, bereits über dem Zenit der Mitte. Man stemmt sich dagegen, so gut es geht. Man sucht nach Selbstfindung und stellt sich Fragen: Was soll ich in der Lebens­mitte noch anpacken? Soll ich mich sogar mit etwas Neuem befassen? Oder alles lassen, wie es ist? Fragen, die den Sinn des Lebens und das Selbstbewusstsein berühren. Es passieren Veränderungen, mit denen alle einmal konfrontiert werden, die das ‹Glück› haben, zu altern, gesell­schaft­lich, bio­logisch, ana­to­misch und modisch. «50 plus» ist eine Zahl, die kaum jemand kalt lässt: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Diese ur-philosophische Fragen stellen sich die meisten um die 50. Es ist aber auch eine Zahl der neuen Chancen, eine Zeit des Neubeginns.

Ist das nur Klischeedenken? Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass Frauen ohne feste Beziehung bereits um die 30 unter ‹Torschlusspanik› leiden und Männer gegen die 50 ‹Torschusspanik› verspüren.

Die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren bedeutet für Frauen einen neuen Lebensabschnitt: Wallungen, Kopf- und Rückenschmerzen, Haarausfall, Ängste, Erschöpfung, Stimmungsschwankungen, Gereiztheit bis hin zur Depression können auftreten. Auch die Lust auf Sex wird eingeschränkt. Nicht jede Frau trifft es gleich. Viele entscheiden sich für eine Hormontherapie, die sich jedoch auch negativ auf die Gesundheit auswirken kann.

Zuerst die Midlife-Crisis, dann die Wechseljahre: Mit ähnlichen Beschwerden wie Frauen in der Menopause trifft Männer die Andropause. Dazu können noch weitere Leiden auftreten.

Die körperlichen und optischen Veränderungen von Mann und Frau können auch Auswirkungen auf die Partnerschaft haben. Die Männer fühlen sich plötzlich unattraktiv. In ihrer Alters­pubertät holen sich viele, wie schon erwähnt, Bestä­tigung durch Fremdgehen oder versuchen ihre fehlende Attraktivität durch äussere Attribute wettzumachen, fahren einen Sportwagen, kleiden sich jugendlich, bestreiten Marathon-Läufe und was der Kompensationen mehr sind. Wenn eine Frau den Wert ihres Partners nur über dessen Äusseres definiert oder dessen «Jugendwahn» lächerlich findet, dann wird die Beziehung schwierig. Das ist auch der Fall, wenn der Mann beginnt, die Nähe zur Partnerin zu meiden, sich ihr gegenüber gereizt verhält oder sich zurückzieht, sodass diese sich abgelehnt fühlt. Um sich von der Sexualität zu befreien, raten Frauen ihrem Partner gelegentlich auch, sich die «Liebe» zu kaufen.

Früher war es nicht besser, aber anders: Ich beobachtete dies bei meinen Eltern und Grosseltern, in der Verwandt­schaft wie auch in der Nachbar­schaft. Die Menschen konnten besser altern, sie haben sich nicht mit solchen Fragen beschäftigt, wie ich sie mir stelle. Man hat Alters­beschwerden akzeptiert, mit Würde und Gottes Segen getragen und ertragen. Und heute: Die Menschheit wird immer älter und älter, jedoch will niemand alt aussehen! (siehe Körperkult)

Kindheit ist prägend

Bindungen sind emotionale Nahrung, die uns durch das ganze Leben tragen. Das fängt bereits im Baby-Alter an. Konkret seien die ersten drei Jahre die prägendsten in der Persönlichkeitsentwicklung, besagt die Wissenschaft. Die Bindung und deren Qualität zwischen Eltern und Kind spielen also eine zentrale Rolle im Leben eines Menschen. Bekommt ein Kind genug Mutterwärme und fühlt es sich während der ersten Lebensjahre aufgehoben, geliebt und akzeptiert, kann es vertrauensvoller auf andere zugehen. Zudem sind solche Kinder meistens auch gesünder, weil sie weniger gestresst sind. Falsch angewandte Pädagogik kann die Ich-Findung verzögern.

Negative Beziehungserlebnisse und Bindungs­stile aus der Kindheit wirken weiter, was die Liebes­beziehung negativ beeinflussen kann. Die Nach­wirkungen einer belastenden Eltern­beziehung sind so tief in der Seele einge­brannt, dass eine Psycho­therapie nur schwer Linderung bringen würde.

Ein Kleinkind empfindet, nimmt wahr – kann es jedoch (noch) nicht verstehen bzw. begreifen. Erst später, ausserhalb des Elternhauses kann es soziale Vergleiche ziehen.

Unsere Kindheit beeinflusst also nicht nur das psychische Gleichgewicht, sondern auch das physische. Ist das mit ein Grund, dass immer mehr Erwachsene unter psychosomatischen Störungen leiden? Warum nehmen manche Eltern ernstzunehmende Signale ihrer Kinder nicht wahr? Ist es Überforderung oder der berufliche Alltagsstress, welcher die Feinfühligkeit zum Kind im Keim ersticken lässt?

Jeder Mensch sollte sich darüber Gedanken machen, welche Verhaltensweisen angeboren sind, in der Kindheit anerzogen wurden und welche man sich erst durch Erfahrungen im Leben sowie durch die Gesellschaft angeeignet hat.

Meine Schlussfolgerung

Praxis und Theorie sind zwei Welten – auch in der Liebe. Es spielt keine Rolle, ob man Journalist oder Paartherapeut ist. Eine menschliche Eigenart ist, dass es uns schwerfällt, uns selber zu finden und zu helfen. Zudem fallen wir immer wieder in unser inneres Programm, das grösstenteils unbewusst abläuft und einen zentralen Einfluss auf unser gesellschaftliches Verhalten einnimmt. Die eingebrannten Verhaltensmuster wegzubringen ist ein schwieriger Prozess, weil wir immer wieder in alte, eingeprägte Bahnen zurückfallen…

 

 

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Anmerkung zur Bilderwahl

Ich bin kein Erotikfotograf! Die Bilder mit nackter Haut schoss ich als 20- bis 30-Jähriger. Heute bin ich erstaunt und zugleich schockiert, wie schnell eine Frau ihre Hüllen fallen lässt! Es gab auch Frauen, die verspürten sogar Lust, sich im «Evaskostüm» ablichten zu lassen. Heute bin ich ein Gegner solcher Fotos!